Freitag, 5. Juli 2013

Die Reise in das Herz der Finsternis - Teil eins

Seit einigen Jahren gibt es immer mehr schlaue Bücher, die auflisten was man getan haben sollten, was man gelesen haben sollte und wo man gewesen sein muss. Nur wenn alle das tun, all das lesen und alle dorthin waren, wo bleibt dann die doch so gepriesene Individualität?
Deshalb musste die Frage "Wo fahren wir dieses Jahr hin?" radikal beantwortet werden: In das Herz der Finsternis, in die Lüneburger Heide. Dorthin, wo die Landschaft "Tal der kleinen Örtze" heißt und gleich nebenan Hans Deppe und Sonja Ziemann gedreht haben. Tal der kleinen Örtze, Bornriether Moor, das klingt doch alles ein wenig nach Okavangodelta.
Als wäre dies nicht schlimm genug, gibt doch noch eine Steigerung. Wir richten unser Basislager inmitten der schwierigsten Sorte Mensch ein, wir gehen unter die Dauercamper.
Vor einer Expedition sollten die Vorräte
deutlich aufgestockt werden. Fotos: tok
Als ich meiner Mutter diese Urlaubspläne beichtete, erklärt sie mich für verrückt und berichtete mir von ihrer Erfahrungen mit dem Land der Schnucken und der Erika. Völlig abgemagert sei sie damals zurückgekehrt und nie wieder wolle sie einen Fuß setzen in die Ödnis zwischen Celle, Soltau und Lüneburg. Auch die Verständigung hätte damals nicht so recht geklappt.
Manchmal muss man mütterlichen Rat missachten. Also begannen die Vorbereitungen am Donnerstag, zwei Tage vor der Abfahrt. Meine Frau besorgte Nahrung, lauter haltbare Sachen, die man auf einem kargen Zweiflammen-Kocher in einem Wohnwagen zubereiten kann. Nudeln, Eintopf und Ravioli.
Am Freitagmittag begab ich mich auf die Jagd nach frischer Ware, die man gefahrlos zweieinhalb Stunden im Auto transportieren kann: Äpfel, Bananen und anders Obst. Nach dem Urteil meiner Mutter ist die Versorgung mit Vitaminen in der kargen Geest-Landschaft nicht unbedingt sichergesellt.
Als ich der Verkäuferin von unserer Zielsetzung erzählt, schaut sie mich mit einigen Befremden an und überbrückte dann die Sprachlosigkeit mit einem schaalen Witz.

Ein stummes "Ach, hör nicht drauf" war meine Antwort. Dann setzte ich mich auf's Fahrrad, um noch ein letztes Mal die Schönheit der heimischen Berge zu erkunden.

Die Lüneburger Heide bei wikipedia.

Ein kleine Filmgeschichte und ein kurzer Song.


Teil zwei


1 Kommentar:

  1. Na... da bin ich aber gespannt wie es weitergeht, wenn ihr erst bei den Eingeborenen seid....

    ...ähnliches hat damals nur David Livingstone bei der Entdeckung des "Herzens von Afrika" erfahren.....

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